Glossar

/Glossar
Glossar2016-10-15T15:33:29+00:00
Im Glossar findet ihr kurze Erklärungen zu häufigen Begriffen der Gefäßmedizin. Bitte schreibt uns eine E-Mail, wenn Begriffe fehlen!
Gefaessmanual.de
Verschlusssystem2016-09-18T15:09:27+00:00

auch: Closure Device

Sogenannte Verschlusssysteme werden bei vielen perkutanen Interventionen (z.B. pAVK-Behandlungen, Herzkatheter) verwendet.

Aufgrund der perkutanen Technik ist eine konventionelle Gefäßnaht nicht möglich. Die verschiedenen verfügbaren Verschlusssysteme (z.B. AngioSeal, StarClose, ExoSeal, PerClose u.a.) verfolgen unterschiedliche Techniken, um die Punktionsstelle über einen Auslösemechanismus durch die verschlossene Haut zu überdecken (bzw. zu „raffen“). Meist erfolgt zusätzlich die Anlage eines Druckverbandes. Zu den Risiken zählt ein ungewollter Verschluss des Zugangsgefäßes mit der Ausbildung einer akuten Extremitätenischämie.

Cross-Over Manöver2016-09-18T15:05:14+00:00

Als Zugangsgefäße für endovaskuläre Verfahren eignen sich v.a. die A. femoralis communis (ca. 1-2 cm proximal des Profundaabgangs), die A. brachialis (erhöhtes Stroke-Risiko) oder die A. poplitea (selten).

Bei Punktion der A. femoralis communis kann in antegrader oder retrograder Richtung punktiert werden. Die retrograde Punktion wird z.B. verwendet, um Interventionen der Aorta, der Nierenarterien oder kardiale Interventionen (z.B. Koronarangiographie) durchzuführen. Darüber hinaus wird die retrograde Punktionsrichtung z.B. für das sog. Cross-Over Manöver verwendet. Die Drähte und Katheter werden dabei retrograd über die A. femoralis communis, die A. iliaca externa, die A. iliaca communis über die Aortenbifurkation in die gegenseitige Beinstrombahn vorgeschoben. Dieser Seitenwechsel kann z.B. bei unüberwindbaren Hindernissen oder bei Adipositas per magna (Bauchschürze) sinnvoll sein. Allerdings sind v.a. Interventionen des gegenseitigen Unterschenkels durch die lange Katheterstrecke erschwert.

Falschlumenaneurysma2016-06-25T09:42:34+00:00

Bei der klassischen Aortendissektion teilt eine Intimalamelle ein wahres von einem falschen Lumen. Die Wandschichtung des falschen Lumens ist daher nicht mehr vollständig und integer. Durch die eingeschränkte Integrität und den systolischen Druck im Falschlumen kommt es in der Folge häufig zu aneurysmatischen Erweiterungen (Falschlumenaneurysma). Die Behandlung erfolgt durch die Unterbrechung der Perfusion im Falschlumen (Überdeckung der sog. Entrys).

Trash foot Syndrom2016-06-22T21:49:49+00:00

Blickdiagnose.

Komplikation bei embolischen Ereignissen in die distale Strombahn der unteren Extremitäten. Z.B. bei Vorliegen eines embolisch streuenden Poplitealarterienaneurysmas (PAA) kommt es zu Verschlüssen der Fußgefäße mit akuter Ischämie und Nekrosen der Vorfüße und Akren. Eine Amputation der betroffenen Areale ist teilweise nicht abzuwenden.

NIHSS-Score2016-06-22T21:45:53+00:00

Klinisch-neurologische Einschätzung bei neurologischem Defizit (Stroke):

Bewusstseinslage, Orientierung, Aufforderungen befolgen, Okkulomotorik, Gesichtsfeld, Fazialis, Motorik der Arme und Beine, Ataxie, Sensibilität, Sprach- und Sprechstörung, Neglect

0=gesund, ab 4 besteht eine Lyseindikation im 4,5 Stunden Zeitfenster, die Skala reicht bis 42

NASCET2016-06-22T21:46:20+00:00

North American Symptomatic Carotid Endarterectomy Trial (NASCET)

Methode zur Bestimmung des Stenosegrades der extrakraniellen hirnversorgenden Gefäße in der farbkodierten Duplexsonographie anhand der Flussgeschwindigkeiten und anderer Charakteristika.

Ab 50 % (200 cm/s) liegt eine signifikante Stenose vor.

T-Branch2016-06-22T21:40:21+00:00

Von einem Hersteller als „Zenith t-branch thoracoabdominal endovascular graft“ bezeichnete Stentprothese zur endovaskulären Versorgung thorako-abdomineller Aortenaneurysmen. Die Besonderheit dieser Stentprothese liegt in der Vorhaltung von 4 Fensterungen zum Anschluss von Truncus coeliacus, A. mesenterica superior und Nierenarterien (2x) zum Erhalt der viszeralen Gefäßversorgung bei Überstentung der genannten Gefäßabgänge. Die Gefäßabgänge werden über Seitenarme angeschlossen.

Surgeon modified Stentgraft2016-06-22T21:42:02+00:00

Auch: Chirurg-modifizierte Stentprothese

Vom Operateur manuell modifizierte Stentprothese zur endovaskulären Behandlung von Aortenaneurysmen in bestimmten Ausnahmefällen. Aufgrund der relevanten Komplikationsraten stellt dieses Verfahren eine Ausweichlösung für akut lebensbedrohte Patienten dar, die einer anderen Therapie nicht zugänglich sind (z.B. Ruptur ohne offen-chirurgische oder standard-endovaskuläre OP-Möglichkeit).

Crossektomie2016-06-22T21:41:24+00:00

Operativer Eingriff zur Behandlung der Varikose und chronisch-venösen Insuffizienz.

Bei der Crossektomie wird die sog. Crosse, d.h. die Einmündung der oberflächlichen (epifaszialen) Venen in das tiefe Venensystem aufgesucht, freipräpariert und abgesetzt.

Dabei darf es weder zu einer Einschnürung (Thrombosegefahr in der V. femoralis) noch zu einem verbleibenden Stumpf (Rezidivrisiko) kommen.

HACH-Klassifikation2016-06-22T21:29:51+00:00

Nach der sog. HACH-Klassifikation wird die Stammvarikose der V. saphena magna oder V. saphena parva nach dem proximalen Insuffizienzpunkt eingeteilt.

 

CEAP-Klassifikation2016-06-22T21:41:05+00:00

Einteilung der Varikose (Krampfaderleiden) nach klinischen Gesichtspunkten.

Nach der sog. CEAP-Klassifikation werden Besenreiser und sichtbare Varizen (C1-2) von den Varizen mit Ödem, Hautveränderungen oder durchgemachten Ulcera (C3-5) unterschieden. Die Stufe C6 beschreibt das aktive venöse Ulcus. In der Bonner Venenstudie waren nur 9,6 % der beobachteten Studiengruppe nicht von einer Varikose betroffen. Ab Stadium C2 besteht eine Behandlungsindikation, um chronisch-irreversible Schädigungen des tiefen Venensystems zu vermeiden.

ZBIS2016-04-07T08:41:06+00:00

Spezieller Stentgraft (Stentprothese) zur Ausschaltung iliakaler Aneurysmen.

„Zenith Bifurcated Iliac Side (ZBIS)“

 

Y-Prothese2016-10-15T15:33:51+00:00

Klinischer Sprachgebrauch (aufgrund der morphologischen Ähnlichkeit zu einem umgedrehten „Y“). Aorto-bifemorale oder aorto-biiliakale Prothese. Die proximale Anastomose erfolgt zur Aorta, während distal auf Höhe der Aa. iliacae oder Femoralgefäße anastomisiert werden kann.

Zur Anwendung kommt die Y-Prothese bei pAVK (dann End-zu-Seit-Anastomose) oder bei aneurysmatischen Erkrankungen (dann i.d.R. End-zu-End-Interponat).

yprothese-01

Abbildung: Aorto-bi-femorale Y-Prothese (hier: End-zu-Seit bei pAVK vom aorto-iliakalen Typ)

Aneurysma spurium2016-10-15T15:33:51+00:00

Synonym: Falsches Aneurysma. Pseudoaneurysma.

Durch eine Defektstelle (z.B. nach Punktion) pulsiert Blut aus dem Gefäß und verdrängt das umliegende Gewebe. Das entstehende pulsierende Hämatom grenzt an das originäre Gefäß an und kann eine eigene Kapsel ausbilden. Da die Wandschichten nicht aneurysmatisch erweitert sind und die Pathologie in einem Defekt der Gefäßwand besteht, handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um ein Aneurysma („Pseudoaneurysma“).

Spurium3

Abbildung: Kleines Aneurysma spurium der A. brachialis nach perkutaner Punktion im Rahmen einer Koronarangiographie.

Thrombendarteriektomie2016-02-09T21:03:00+00:00

Synonym: Ausschälplastik, Desobliteration.

1946 durch Dos Santos entwickeltes Verfahren. Entfernung des stenosierenden oder okkludierenden Plaques aus dem Gefäß (Verschlusszylinder in der Media).

Kinking2016-02-09T20:54:37+00:00

Knick- oder Schleifenbildung von (meist elongierten) Gefäßen.

Ein starkes Kinking der Aorta erschwert die endovaskuläre Therapie von Aortenaneurysmen.

Centerline Messung2016-02-09T20:53:40+00:00

Verfahren zur EDV-gestützten Vermessung und Planung von endovaskulären Therapieverfahren bei aortalen Erkrankungen. Die Software zur Therapieplanung berechnet die vorliegenden CT-Angiographie-Einzelbilder und erstellt eine Rekonstruktion, bei der die Aorta als „gerades Rohr“ dargestellt wird. Umliegendes Gewebe wird verzerrt.

Dies erleichtert die Abmessung der Abstände, z.B. beim proximalen „Hals“ (Landezone des Stentgrafts) und die Querdurchmesser bei sehr gewinkelt („gekinkt“) verlaufenden Gefäßen.

Dacron-Prothese2016-10-15T15:33:53+00:00

Synonym: Polyesterprothese

Handelsname der Firma DuPont für eine Faser aus Polyester bzw. Polyäthylenterephthalat (PET). Neben einer breiten Anwendung in unterschiedlichen Produkten (z.B. Fallschirme), findet das Material auch in alloplastischen Gefäßersatzmaterialien (Prothesen) Anwendung. Seit vielen Jahrzehnten werden aus Dacron gewebte (blutdicht) oder gewirkte (nur mit Beschichtung blutdicht) Prothesen z.B. in der offen-chirurgischen Ausschaltung von Aortenaneurysmen oder für Bypassverfahren verwendet. Das Material ist nichtresorbierbar und wächst im Gewebe ein.

Dacron

Abbildung: Polyester-Prothese („Dacron“).

 

Stentgraft2016-10-15T15:33:54+00:00

Synonym: Stentprothese, (auch: gecoverter Stent)

Kombination aus einem Stent (Metallgeflecht, in der Regel selbstexpandierend) und einer Prothese (blutdichtes Kunststoffgewebe) zur endovaskulären Ausschaltung von Aneurysmen oder Blutungen.

Stentgraft2

Abbildung: Foto einer expandierten (ausgelösten) aorto-bi-iliakalen Stentprothese. Rechts im Bild ist eine ungecoverte Metallverankerung, die eine Migration mit dem Blutstrom verhindern soll.

Oversizing2016-01-16T16:55:04+00:00

Bei der Wahl der Stentprothesen (Stentgraft) zur endovaskulären Aneurysmaausschaltung (z.B. Bauchaortenaneurysma: EVAR) sollte der Querdurchmesser der Prothesenbestandteile an den Abdichtungsstellen etwas (ca. 20 %) größer als der Querdurchmesser des Gefäßes gewählt werden, um eine suffiziente Abdichtung zu gewährleisten und eine Migration (Verrutschen) der Stentprothese zu verhindern.

Endotension2016-01-16T16:52:44+00:00

Form bzw. Ursache einer Endoleckage (Endoleak) nach endovaskulärer Aneurysmaausschaltung. Die Endotension (Typ-V-Endoleckage) beschreibt eine ätiologisch unklare intraaneurysmale Druckerhöhung mit konsekutiver Größenzunahme des Aneurysmas und darf nicht mit einer Typ-II-Endoleckage (z.B. aus der A. mesenterica inferior) verwechselt werden!

Endoleak2016-10-15T15:33:54+00:00

Synonym: Endoleckage (EL)

Bei der endovaskulären Therapie von abdominellen und thorakalen Aortenaneurysmen (EVAR, TEVAR) ist die vollständige Abdichtung des proximalen und distalen Gefäßabschnittes von großer Bedeutung, um das Aneurysma vollständig von der Blutzirkulation auszuschließen. Wird das Aneurysma nach der endovaskulären Versorgung weiterhin über eine Leckagestelle oder retrograd über Gefäßabgänge aus dem Aneurysmasack perfundiert, kann das Aneurysma weiterhin wachsen und auch rupturieren. Man spricht in diesem Fall von einem Endoleak.

Endoleaks, als Hauptkomplikation der endovaskulären Aneurysmaausschaltung, können anhand des zeitlichen Verlaufs in primäre (<30 Tage) und sekundäre (späteres Auftreten) EL unterschieden werden. Darüber hinaus ist die Quelle der Restperfusion im Aneurysmasack von entscheidender Bedeutung, da v.a. proximale Undichtigkeiten eine hohe Rupturgefahr (großer Perfusionsdruck) bedeuten können:

  • Typ Ia: Proximale Abdichtungszone
  • Typ Ib: Distale Abdichtungszone(n)
  • Typ IIa: A. mesenterica inferior
  • Typ IIb: Lumbal- oder Segmentarterien
  • Typ III: Überlappung von Stentbestandteilen oder Materialdefekte
  • Typ IV: Diffus
  • Typ V: Sogenannte „Endotension“
Endoleak

Abbildung: Klassifikation der Endoleaks nach der Quelle der Restperfusion im Aneurysmasack.

Gedeckte Ruptur2016-01-16T16:39:55+00:00

Synonym: Contained Rupture

Oft im Zusammenhang mit einem Aortenaneurysma. Die drohende Ruptur wird oft als „Impending Rupture“ bezeichnet.

Die Ruptur bzw. der Riss des betroffenen Gefäßes (z.B. Bauchaorta) umfasst alle Wandschichten und führt zu einer Blutung aus dem Gefäß in das umliegende Gewebe. Dabei kann das Bauchaortenaneurysma z.B. frei in die Bauchhöhle oder „gedeckt“ in das retroperitoneale Gewebe bluten. Durch den begrenzten Platz in diesem Kompartment tamponiert sich die Blutung oft, so dass die gedeckte Ruptur im Vergleich mit einer freien peritonealen Blutung öfter überlebt wird. Bei Vorliegen einer gedeckten Ruptur ist die rasche Versorgung unbedingt erforderlich, da es jederzeit zu einer freien Blutung kommen kann.

Trias der Aortenruptur (bei 25 – 50 % der Rupturen): Rücken- oder Abdominalschmerzen, Hypotension und pulsatile abdominale Raumforderung!

 

Intramurales Hämatom2016-01-16T16:31:43+00:00

Synonym: IMH

Das intramurale Hämatom kann als Folge einer akuten Blutung eines verletzten Vasa vasorum der Aorta (z.B. nach Plaqueruptur, PAU) entstehen. Es gibt keine relevante Kommunikation mit dem wahren Lumen der Aorta. In der CT-Bildgebung findet sich in Abgrenzung zur Dissektion keine typische Dissektionslamelle. Die Aortenwand ist verdickt. Das IMH kann lokal umschrieben sein oder sich über mehrere Aortenabschnitte ausdehnen.

Prostavasin2016-01-09T14:16:14+00:00

Synonym: Alprostadil, Prostaglandin E1

Rheologikum zur Verbesserung der Mikrozirkulation bei pAVK im Stadium III oder IV (kritische Ischämie). Es wird intravenös (langsam) über 7 – 10 Tage verabreicht und wirkt vasodilatatorisch und thrombozytenaggregationshemmend. Bedeutende Kontraindikationen sind schwere Herzerkrankungen, Leberfunktionsstörungen oder chronische Lungenerkrankungen.

Seldinger-Technik2016-10-15T15:33:54+00:00

Die bereits in den 1950er Jahren von Sven-Ivar Seldinger beschriebene Technik zur Punktion von Gefäßen und Einbringen von Kathetern findet Anwendung in vielen Bereichen (z.B. ZVK-Anlage, Koronarangiographien, periphere Interventionen, endovaskuläre Aortenversorgung).

Das Prinzip ist dabei stets gleich:

  1. Lokalanästhesie (falls nötig)
  2. Perkutane Punktion mit der Punktionsnadel
  3. Entfernen des Mandrins, pulsierender Austritt von Blut
  4. Vorschieben des dünnen Führungsdrahtes durch die Hohlnadel
  5. Herausziehen der Hohlnadel über den Führungsdraht (diesen fixieren!)
  6. Einführen der Schleuse (ggf. nach Vordilatation) über den Führungsdraht
  7. Entfernung des Führungsdrahtes, Aspiration und Spülung (NaCl/Heparin)
Seldinger Technik-01

Abbildung: Schematische Darstellung der Seldinger-Technik.

TEVAR2016-01-09T14:12:50+00:00

Thoracic Endovascular Aortic Repair (TEVAR)

Siehe auch: EVAR.

Implantation einer Stentprothese (Stentgraft) im thorakalen Abschnitt zur endovaskulären Behandlung eines Aortenaneurysmas oder einer anderen Aortenerkrankung (z.B. PAU, IMH, Dissektion). Die Technik wird seit den 1990er Jahren in zunehmender Häufigkeit angewandt.

EVAR2016-01-16T16:42:33+00:00

Endovascular Aortic Repair (EVAR)

Implantation einer Stentprothese (Stentgraft) im abdominellen Abschnitt zur endovaskulären Behandlung eines Aortenaneurysmas oder einer anderen Aortenerkrankung (z.B. PAU, IMH, Dissektion).

Seit der Erstbeschreibung der endovaskulären Therapie von Aneurysmen durch den ukrainischen Chirurgen Nikolay L. Volodos in den Jahren 1986 und 1988 finden weltweit immer mehr EVAR-Prozeduren statt. In den USAwurden im Jahre 2010 bereits 74% aller Aortenaneurysmen endovaskulär versorgt, und auch in Deutschland verzeichnete das prospektive BAA-Register der Fachgesellschaft zuletzt einen EVAR-Anteil von über 73%. Obwohl dieses Verfahren in den ersten Jahren seiner Einführung vor allem für multimorbide
und hochbetagte Hochrisikopatienten entwickelt wurde, steht die EVAR heute als sicheres Verfahren für eine immer größere Indikationsgruppe zur Verfügung.

Patchplastik2016-01-09T14:09:54+00:00

Oft angewandtes Verfahren zur lokalen Erweiterung eines Gefäßes (z.B. Karotis-Patchplastik, Femoralisgabel-Patchplastik). Nach der Längseröffnung des Gefäßes wird der Patch (in der Regel körpereigene Vene, boviner Patch oder anderes Material) in 4-Punkt-Nahttechnik eingenäht. Das Gefäß wird somit im betroffenen Abschnitt erweitert. Mithilfe der Patchplastik wird nachweislich die Restenoserate gesenkt.

Neuromonitoring2016-01-16T17:38:42+00:00

Zur intraoperativen Messung der Hirndurchblutung und frühen Erkennung von insuffizienten Kollateralisierungen während der Abklemmung der Karotis am bewusstlosen Patienten wird ein Neuromonitoring durchgeführt. Zur Verfügung stehen hier z.B. EEG-Geräte oder die Ableitung von somatosensorisch evozierten Potentialen (SSEP).

Lungenarterienembolie2016-01-09T14:06:34+00:00

Synonym: LAE, LE, Pulmonararterienembolie

Verlegung oder Okklusion einer Pulmonalarterie (oder weiter distal einer Bronchialarterie) durch einen Embolus (z.B. auf dem Boden einer tiefen Beinvenenthrombose). Seltenere Ursachen sind septische Embolien oder paraneoplastische Tumorembolien.

Es gibt akute und chronische Verläufe und fulminant verlaufende schwere Lungenarterienembolien. Eine Einteilung erfolgt nach der European Society of Cardiology (ESC) in 4 Grade. Klinische Beschwerden sind Dyspnoe, Tachykardie, Zyanose, Brustschmerzen, Husten und andere. Bei ausreichendem Verdacht (Wells-Score!) sollte eine kontrastmittelgestützte CT-Angiographie erfolgen. Als therapeutische Verfahren stehen konservative Verfahren mit therapeutischer Antikoagulation, endovaskuläre Verfahren und die chirurgische Embolektomie.

 

Venenthrombose2016-01-09T14:01:17+00:00

Die akute Thrombose der tiefen Beinvenen ist mit einer Inzidenz von ca. 150-170/100.000 Einwohner keine seltene Erkrankung. Bis zu 50 % der Patienten mit symptomatischen Venenthrombosen weisen (asymptomatische) Lungenarterienembolien auf. Die typische Klinik der tiefen Beinvenenthrombose besteht aus:

  • Schmerzen (Wadenkompressionsschmerzen)
  • Umfangsvermehrung, Ödem
  • Livider Hautverfärbung, Zyanose
  • Venöse Venenzeichnung (Kollateralen)
  • Positive Druckschmerzpunkte (Homans, Payr, Sigg, Bisgaard, Meyer)
Knöchel-Arm-Index2016-01-09T13:59:52+00:00

Synonym: Ankle-Brachial-Index (ABI)

Zu den nicht-invasiven diagnostischen Methoden mit hohem Stellenwert gehört der Ankle-Brachial-Index (ABI). Hierbei wird mit einem kleinen Dopplergerät die Blutströmung in den begutachteten Gefäßen (ATA/ADP, ATP) durch ein Geräusch nachgewiesen. Hochwertige Geräte erlauben dabei auch eine Beurteilung des Flussprofils. Eine Blutdruckmanschette wird möglichst nah am Messpunkt (kurz oberhalb des Knöchels) langsam aufgepumpt, bis kein Blutstrom mehr im Gefäß nachweisbar ist. Der in diesem Augenblick gemessene Druck in mmHg entspricht dem Verschlussdruck des Gefäßes. Die Einzelverschlussdrücke der insgesamt vier Gefäße (links und rechts) werden durch den gemessenen systolischen Blutdruck am Arm (A. brachialis) geteilt und anhand dessen der ABI berechnet.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit2016-01-09T13:58:44+00:00

Synonym: pAVK, PAD oder PAOD (englisch)

Wichtige Manifestation der Atherosklerose mit über 200 Mio. weltweit betroffenen Patienten. Im klinischen Sprachgebrauch umfasst die pAVK vor allem die distale Aorta (z.B. Leriche-Syndrom) und die Becken-Bein-Gefäße. Eine Einteilung kann anhand der Diagnostik und klinischen Beschwerden nach Fontaine (eher im deutschsprachigen Raum) oder Rutherford (eher im englischsprachigen Raum) erfolgen. Von besonderer Bedeutung ist die Unterscheidung der sog. Claudicatio intermittens („Schaufensterkrankheit“) und der kritischen Extremitätenischämie (pAVK III und IV).

Die Therapie erfolgt stadienadaptiert konservativ (z.B. Gehtraining, Nikotinkarenz!), endovaskulär (z.B. Stentangioplastie) und offen-chirurgisch (z.B. Bypasschirurgie).

Oszillographie2016-01-09T13:54:07+00:00

Die Oszillographie stellt ein wichtiges nicht-invasives Untersuchungsverfahren der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) dar. Mithilfe eines sogenannten Oszillographen werden kleinste Volumenänderungen in der gemessenen Extremität (z.B. am Oberschenkel, auf Knieniveau und am Unterschenkel) in Form von Amplituden dargestellt. Hierfür werden zirkulär um das Bein angelegte Messmanschetten (pneumatisch) oder piezoelektrische Sensoren (z.B. bei akraler Ableitung) verwendet.

Dissektion2016-01-09T13:52:49+00:00

Unphysiologische / Pathologische Separation der Wandschichtung einer Arterie (oft: Aorta, Karotis). Das Gefäßlumen wird in ein wahres und ein falsches Lumen geteilt („Doppellumen“). Es gibt stets mind. ein „Entry“ (Eintrittsstelle) und oft weitere Einrissstellen („Reentry“). Verschiedene Theorien zur Entstehung werden kontrovers diskutiert. Oft wird ein Einriss der Intima als Ursache angesehen, in deren Folge Blut aus der Aorta in die Media eindringt.

Die Dissektion der Aorta wird nach Stanford in die Typen A (Aorta ascendens) und B (distal der A. subclavia links) eingeteilt. Die Therapie der B-Dissektion erfolgt heute meist endovaskulär (Implantation von Stentgrafts). Dissektionen der Karotis werden heute meist konservativ therapiert!

Kompartmentsyndrom2016-01-09T13:48:03+00:00

Schwere Komplikation mit vitaler Bedrohung. Auftreten oft im Bereich der Extremitäten nach Verletzungen, Entzündungen oder längerer Ischämiezeit (Reperfusionssyndrom). Im betroffenen Kompartment (z.B. Muskellogen) tritt aufgrund der jeweiligen Ursache ein Missverhältnis zwischen Platzbedarf und Platzangebot auf. Im Bereich der Unterschenkelloge geben die unelastischen Muskelfaszien z.B. bei deutlicher Schwellung nach längerer Ischämiezeit nicht nach, weshalb der Unterschenkel bei manifestem Kompartmentsyndrom prallhart wird. Obwohl periphere Fußpulse erhalten bleiben können, gehen Nervenfasern (sensomotorisches Defizit als wichtiges Symptom!) und Muskulatur unwiderruflich unter. Die Therapie besteht in der Regel aus einer sofortigen chirurgischen Spaltung aller betroffenen Muskelfaszien (totale Fasziotomie)!

Penetrierendes Aortenulkus2016-01-09T13:43:03+00:00

Synonym: PAU

Das sogenannte PAU ist sehr selten und zeichnet sich durch ein Auftreten im höheren Lebensalter (> 65 Jahre) und bei hoher Atherosklerose-Last aus. Ursächlich ist oft eine Plaqueruptur, in deren Folge sich eine Arrosion tieferer Gefäßwandschichten (Media, Überschreitung der Lamina elastica interna) einstellt.

Bauchaortenaneurysma2016-01-09T13:48:19+00:00

Synonym: BAA, Abdominelles Aortenaneurysma (AAA)

Als Bauchaortenaneurysma wird eine Erweiterung der abdominellen Aorta über 3,0 cm (30 mm) bezeichnet. Erweiterungen zwischen 2,5 cm und 3,0 cm werden als Aortenektasie bezeichnet. Die gesunde abdominelle Aorta beträgt alters- und geschlechtsabhängig etwa 1,7 cm – 2,0 cm.